„QUE(E)RGELESEN“ – Diskussionsrunde zu schwuler Literatur

[11.08.2017]

Innerhalb der PrideWeeks 2017, fand am 10.08.17 die Literaturveranstaltung „QUE(E)RGELESEN“ des Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz – LBZ, in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Reuffel und dem Verein zur Förderung des Koblenzer Christopher Street Days e.V., statt. Zusätzlich wird bis zum Ende der PirdeWeeks, das Statement „Bibliotheken für Vielfalt und Toleranz“ über dem Haupteingang zu sehen sein.

Frau Dr. Annette Gerlach, Leiterin des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (LBZ), betonte in ihrer Begrüßungsrede die bereits gelebte Vielfalt des Hauses, welche mit der kürzlich stattgefunden Unterzeichnung der Charta der Vielfalt des Charta der Vielfalt e.V. unterstrichen wurde. Der symbolische Unterzeichnungsakt dazu fand am 09.08.17 – innerhalb der 1. Koblenzer Diversity Management Konferenz „Diversity – Vielfalt in der Arbeitswelt!“ im Koblenzer Rathaus – statt.

Arnd Krohmann, Vorstand des Vereins zur Förderung des Koblenzer Christopher Street Days e.V., verwies in seiner Ansprache auf eine aktuelle Pressemeldung des CSD Deutschland e.V.., in der auf die steigende Zahl der Straftaten gegen Homo- und Transsexuelle hingewiesen wird , so sind diese im Jahr 2016 um 15% gestiegen, auch im 1. Halbjahr 2017 ist diese Zahl um weitere 26% angewachsen. Er stellte heraus, dass der Einsatz gegen Homo- und Transphobie auf vielfältige Weise erfolgt und letztendlich nur gemeinsam zum Erfolg führen kann. Veranstaltungen, wie „QUE(E)RGELESEN“, tragen dazu bei und sind ein wichtiger Bestandteil in dieser Arbeit, um mit Dialog und Austausch langfristig eine Steigerung der Akzeptanz und eine diskriminierungsfreie Gesellschaft zu erreichen.
Sein Statement der „Gemeinsamkeit“, in Bezug auf den organisationsübergreifenden Einsatz, untermauerte er an diesem Abend durch das Tragen eines Shirts der Initiative ENOUGH is ENOUGH – OPEN YOUR MOUTH, die sich bundesweit… und darüber hinaus, gegen jegliche Art der Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen, transidenten, intersexuellen und queeren Menschen stark macht.

Im Rahmen von „QUE(E)RGELESEN“ wurden fünf zeitgenössische Romane mit mehr oder weniger schwuler Thematik, aus denen Auszüge vorgetragen wurde und über welche die Diskussionsteilnehmer sich dann austauschten. Wie werden die schwulen Protagonisten dargestellt? Ist die Handlung authentisch? Kann man sich mit den beschriebenen Figuren identifizieren? Diese und mehr Fragen – nicht zuletzt die, ob der Roman gefällt oder nicht – wurden von Benjamin Merkler, Roland Dinspel, Frank Eller und Rainer Marquardt erörtert. Zusätzlich fand am Ende noch eine besondere Leseempfehlung von jedem der fünf Diskutanten statt, so dass genug Lesestoff für einen gemütlichen Herbst mit auf den Weg gegeben werden konnte. Abgerundet wurde das Ganze durch eine kleine Ausstellung schwuler Literatur, die noch bis zum 19. August 2017 zu sehen sein wird.

Folgende Romane wurden diskutiert: Im Versteck von Matthew Griffin, Tschick von Wolfgang Herrndorf, Paris-Austerlitz von Rafael Chirbes, Das Ende von Eddy von Édouard Louis sowie Haus voller Wolken von Jan Stressenreuter

Die Bilder zu QUE(E)RGELESEN findet Ihr hier.